Nach dem 2. Weltkrieg bis heute

1946


Die von der Stadt Frankfurt a.M. und den Firmen Holzmann, Wayss & Freytag und der Metallgesellschaft gegründete Trümmerverwertungsgesellschaft (TVG) errichtet ihren Fabrikationsbetrieb Ecke Ratsweg und Riederspießstraße. Hier wurde in Aufbereitungs- und Verwertungsanlagen aus Schutt von Kriegsruinen neues Baumaterial hergestellt.


1948

Bewohner gründen den Verein „Volkshaus Riederwald e.V.“ zur Errichtung eines Gemeinschaftszentrums, eines neuen Volkshauses durch Selbsthilfe.

1949

begann die Frankfurter „Aktienbaugesellschaft für Kleine Wohnungen“, die heutige ABG Frankfurt-Holding, mit dem Wiederaufbau, der bis 1955 andauerte.

1950


Die evangelische Riederwaldgemeinde weiht in der Raiffeisenstraße 70 an der Stelle ihres am 24. März 1944 zerstörten Gemeindehauses ein neues Gemeindehaus ein und nimmt nun den Namen Philippusgemeinde an.


1952


Am Erlenbruch erhält Frankfurt neben dem Stadion einen weiteren Sportplatz (Eintracht Frankfurt) für Großveranstaltungen.



1963


Am 4. Advent (22. Dezember) weiht die evangelische Philippusgemeinde ihre von Architekt Dr.-Ing. Neumann entworfene Kirche als erstes evangelisches Gotteshaus im Riederwald ein. Im selben Jahr wird außerdem das Bürgergemeinschaftshaus Riederwald mit Kinderhort, Kegelbahn und Bastelraum eingeweiht.

1964


Die Trümmerverwertungsgesellschaft stellt gemäß Beschluss der städtischen Körperschaften vom 29. April 1963 die Produktion ein.
Das Kinder- und Jugendhaus eröffnet in der Dunckerstraße seine Pforten.

1968
Auf dem neuen Festplatz am Ratsweg findet die erste „Dippemess“ statt.


1969


Das Einkaufszentrum Metro eröffnet Am Riederbruch.


1970


Der Volksbau- und Sparverein setzt seinen Sanierungsplan für den Riederwald in Gang. Er begründet dies wie folgt ( nachzulesen auf der eigenen Website): „Angesichts der sich ändernden Ansprüche der Mitglieder an die Qualität des Wohnens werden die als bautechnisch problematisch geltenden Objekte in der Riederwaldsiedlung (Am Erlenbruch und Schulze-Delitzsch-Str.), bei denen die Bausubstanz durch aufsteigende Feuchtigkeit schwer geschädigt worden ist und die Wohnungsgrundrisse nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen entsprechen, durch Neubauten ersetzt. Hier werden im Zeitablauf insgesamt 384 moderne Neubauwohnungen, zwei Parkhäuser, eine Tiefgarage sowie ein Sozialpavillon mit Gemeinschafts- und Veranstaltungsräumen erstellt; das Finanzierungsvolumen beläuft sich dabei auf rd. 43,5 Mio € ( 22,2 Mio €)“ Monika Koch-Emsermann gründet eine Frauen-Fußballabteilung des FSV.


1972


In Frankfurt konstituieren sich erstmals Ortsbeiräte darunter der OBR 11 zuständig für Fechenheim, Riederwald und Seckbach) Der Vereinsrings Riederwald wird gegründet.

1973


Hinter den Riederwaldwiesen wird ein Abenteuerspielplatz eröffnet. 
Es wird ein Hearing zum Gesamtverkehrsplan im Osten Frankfurts veranstaltet.

1976


Zwischen Erlenbruch, Rodbertus- und Rümelinstraße wird mit dem Abbruch alter Siedlungshäuser begonnen. Auf dem Gelände sollen zwei Wohnhäuser mit 75 Wohnungen entstehen. Das Sanierungsprogramm für die Siedlung Riederwald wird im ersten Abschnitt beendet. Der Magistrat legt ein Konzept zur Führung der A66 im Bereich Riederwald vor.


1977


«Halbschranken» an den Zufahrtsstraßen zur Siedlung sollen das Parken innerhalb der Siedlung während Sportveranstaltungen in Zukunft verhindern.
Die Heiliggeistgemeinde kann ihre neuen Gemeinderäume einweihen. Am Erlenbruch ist eine Altenwohnanlage mit 112 Wohnungen entstanden.

1978


Dem Vereinsring Riederwald sind mit der Aufnahme der «Bernemer Käwwern» und «Die Spinner» zwölf Vereine angeschlossen.

1979


In Fechenheim-Nord in der Borsigallee eröffnet an der Grenze zum Riederwald ein neues Jugendzentrum. 
Eröffnung des 8,3 Kilometer langen, westlich des Hessencenters an der Borsigallee beginnenden Teilstücks der Autobahn A66 Frankfurt-Hanau.

1980
Beginn der Erneuerungsarbeiten am Kanalnetz der Riederwald-Siedlung
Bau eines Kinderspielplatzes am Vereinshaus des Kleingartenvereins Ostend


1981


Eröffnung der vom Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe getragenen „Begegnungsstätte für ältere und behinderte Bürger“. 
Die Stadt übernimmt das Funktions- und Tribünengebäude auf dem Riederwaldsportplatz vom Sportverein Eintracht.


1982


Einweihung des neuen Clubhauses der Sportgemeinschaft 1919 Riederwald in der Motzstr.
Die AG für kleine Wohnungen (heute ABG Holding) plant Einbau von Schallschutzfenstern an ihren Häusern in der Straße Am Erlenbruch sowie verschiedene Sanierungsmaßnahmen.


1983

Haus Riederwald wird behindertengerecht umgebaut, gleichzeitig erfolgt Renovierung seiner Fassade.

1984

Nach zweijähriger Bauzeit ist der Kirchturm der Heilig-Geist-Kirche saniert.


1985


Erster Spatenstich für die U-Bahnlinie C1 (Zoo-Enkheim) am Bornheimer Hang hinter der Eissporthalle.

1986

Ein vom Volks- Bau- und Sparverein beim Institut für Bauforschung in Auftrag gegebenes Gutachten hält die Häuser des Vereins grundsätzlich für sanierungsfähig, empfiehlt aber für einen Teil den Abriß. Ein Kurs der Volkshochschule Frankfurt hat die Siedlung Riederwald und deren 75 Jahre lange Geschichte näher betrachtet und präsentiert die Ergebnisse seiner Forschungen in einer Ausstellung in der Riederwälder Turnhalle in der Schäfflestraße. Zum 75jährigen Bestehen der Siedlung findet außerdem ein Straßenfest statt. Die Autobahnbrücke über den Ratswegkreisel wird nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb genommen.

1987

Nach zweimonatiger Renovierung wird die Stadtteilbücherei Riederwald im Jugendhaus Riederwald Max-Hirsch-Straße 34 wiedereröffnet.

1988

Mit einer Akademischen Feier im Haus Riederwald am 19. März und einem Fest am 1. Oktober zum Erntedankfest begeht der Kleingartenverein Riederwald sein 75-jähriges Jubiläum. Der Abenteuerspielplatz Riederwald organisiert erstmals ein Kinder-Kulturfestival am „Wäldchestag“ auf dem Gelände des Licht- und Luftbades. Die Außenfassade der Heilig-Geist-Kirche sowie die Reliefs über den Eingängen, am Turm und am Kirchenschiff werden restauriert. Der Karnevalgesellschaft „Narhalla 1948“ wird für ihre Vereinstätigkeit der Bunker in der Schäfflestraße zur Verfügung gestellt.

1989

Im Zuge der Restaurierung des Inneren der Heilig-Geist-Kirche wird zum Beispiel an der Stelle der nicht mehr benutzten Kanzel eine Mediawand errichtet und durch Einbau eines Treppenlifts Behinderten ein problemloser Kirchenbesuch ermöglicht. Im Bürgerhaus wird mit Hilfe der Saalbau GmbH eine Dauerausstellung der Geschichtswerkstatt zur Geschichte des Riederwalds eingerichtet. Im hessischen Landeswettbewerb „Kinder in der Stadt“ für beispielhafte Förderung und Stärkung kinderfreundlicher Maßnahmen im Städtebau gewinnt der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald den ersten Preis. Mit einer Sportwerbewoche im Freien und in einem Festzelt vom 12. bis 16. Mai und mit einer Akademischen Feier mit Buntem Abend am 28. Oktober feiert die Sportgemeinschaft Riederwald 1919 e.V. ihr 70jähriges Bestehen. Das Bundesverwaltungsgericht hat den vom Aktionsbündnis „Unmenschliche Autobahn“ beantragten Baustopp für die Osttangente (A 661) abgelehnt.

1990

Der Volks- Bau- und Sparverein baut unter Betreuung der Nassauischen Heimstätte Am Erlenbruch 2-4 und Theodor-Haubach-Weg 2-8 anstelle der 1987 abgerissenen Bauten, die, aus Presssteinen errichtet, keinen Lärmschutz gegen die Autobahn boten, neue Wohnblocks mit 44 Wohnungen. Die Geschichtswerkstatt Riederwald, die sich in unregelmäßigen Abständen trifft, gibt die „Riederwälder Geschichte(n)“ heraus.

1991

In der Philippuskirche wird eine von Orgelbaumeister Ott aus Bensheim gebaute Orgel eingebaut. Neubaumaßnahme Am Erlenbruch 24 und Theodor-Haubach-Weg 8 a mit insgesamt 44 Wohneinheiten.

1992

Der Verein „Kinder in der Stadt“ (KIDS) eröffnet einen SchülerInnenladen in der Schäfflestraße 16, der zusammen mit dem Jugendverband „Sozialistische Jugend Deutschland – Die Falken“ betreut wird. Der Geflügelzuchtverein Riederwald feiert sein 75jähriges Bestehen. Am 30. Mai 1992 eröffnen der hessische Verkehrsminister Ernst Welteke und der Frankfurter Oberbürgermeister Andreas von Schoeler die 5,3 km lange, innerhalb von sieben Jahren für 375 Millionen Mark erbaute U-Bahn-Strecke (U 7) zwischen Zoo und Enkheim. An der Borsigallee wird ein Park-and-Ride-Platz eingerichtet für mehrere hundert Fahrzeuge von Pendlern, die mit der U 7 in die Stadt fahren können. Auf dem Gelände hinter einem Gebrauchtwagenmarkt in der Borsigallee entsteht ein Bauwagenlager für „Alternative“

1993

Wegen Asbestbelastung müssen sämtliche Räume der Unterkirche der Heilig-Geist-Kirche grundlegend saniert werden. Die Ende der 1920er Jahren erbauten Häuser der ABG (Lahmeyerstraße, Raiffeisenstraße 101-111) werden saniert. Fertigstellung der beiden Modernisierungsprojekte Johanna-Tesch-Platz 33-35/ Max-Hirsch-Straße 2/Raiffeissenstraße 1 und Rodbertusstr. 25/27/Max-Hirsch-Str. 12 mit insgesamt 18 Wohnungen. Der Abenteuerspielplatz Riederwald eröffnet nach einjähriger Bauzeit sein von der Architektin Kerstin Richter im Stil eines Pavillons (Zirkuszeltes) entworfenes, von der Stadt finanziertes Spielhaus.

1994

Das „Riederwälder Turmblasen“ vom Turm der Heilig-Geist-Kirche belebt eine alte Tradition wieder. Die Sportgemeinschaft Riederwald feiert ihr 75jähriges Bestehen.

1995

Der 37 Meter hohe Turm der Philippuskirche wird wegen Baufälligkeit gesprengt. Der Volks- Bau- und Sparverein eröffnet gemeinsam mit den Bewohnern in zwei bisher leer stehenden Räumen im Erdgeschoß des Hochhauses Am Erlenbruch 16 eine Kindertagesstätte, um einen ersten Schritt zur Eindämmung von Gewalt und Vandalismus im Viertel zu unternehmen. Der Verein für familienbegleitende Erziehung im Riederwald eröffnet in der Schäfflestraße 22-24 einen Kinderladen mit Krabbelstube. Die Sportgemeinschaft Riederwald übernimmt gemäß dem Angebot der Stadt die Betreuung der Bezirkssportanlage. Am langjährigen Wohnhaus von Johanna Tesch (1875-1945), der sozialdemokratische Reichstagsabgeordneten und Vorkämpferin für Demokratie und Rechte der Frauen, Max-Hirsch-Straße 32, wird eine von Günter Maniewski geschaffene Gedenktafel angebracht.

1996

Die Sportgemeinschaft Riederwald eröffnet ihr neues Heim in der Schäfflestraße, ehemals Pavillon der Pestalozzischule, das den Namen des verstorbenen Ehrenvorsitzenden Ernst Ziemer trägt. In einer Sitzung der Abteilung Frauenfußball des FSV wird der Antrag auf Abspaltung der Frauen vom Hauptverein abgelehnt. Daraufhin tritt der Abteilungsvorstand zurück. Auf einer später folgenden Mannschaftssitzung beschließen die Fußball-Frauen, aus dem finanziell angeschlagenen Verein auszutreten und einen neuen Verein 1. Frauensportverein zu gründen. In der Borsigallee wird das für 22 Millionen Mark errichtete Park+Ride-Parkhaus mit 919 Stellflächen eröffnet.

1997

Das Frankfurter Arbeitslosenzentrum (FALZ) richtet in Räumen der evangelischen Philippusgemeinde im Riederwald eine Beratungsstelle für Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger ein. In einem Nutzungsvertrag übernimmt für zehn Jahre der FSV Frankfurt die bislang in städtischer Hand befindliche Anlage am Bornheimer Hang. Die Philippusgemeinde weiht ihren neuen Glockenstuhl für ihre vier Glocken ein, der aus einem vom Prof. Michael von Törne entworfenen Stahlgerüst wie der Mast eines Segelschiffes besteht, das mit Schallsegeln und oben mit einem liegenden Kreuz versehen ist. Der Verwaltungsgerichtshof Kassel verpflichtet die VGF als Ausgleich für den Eingriff in die Natur durch den Bau des Betriebshofs Ost die alte Fließwasserverbindung vom Enkheimer Ried über das Seckbacher Ried zum Ostparkweiher wiederherzustellen. Die Philippusgemeinde errichtet nach dem durch einen Brand zerstörten Kindergarten an gleicher Stelle einen neuen Kindergarten. Das Garten- und Friedhofsamt beginnt mit der Umsetzung eines Pflegekonzepts zur Sicherung des Riederwalds als Naherholungsgebiet und zur Förderung seiner charakteristischen Pflanzengesellschaften. Die 31 denkmalgeschützten Häuser mit 47 Wohnungen der ABG aus den 1920er Jahren am Engelsplatz werden saniert.

1998

Das Bistum Limburg verlegt das Referat für Kirchenmusik, das bisher in der Unterkirche der Heilig-Geist-Kirche untergebracht war, nach Hadamar. Vorübergehend nutzt die Stadtbücherei die Unterkirche. Die Saalbau GmbH verkauft Haus Riederwald an einen Investor. Der Saalbau GmbH liegt ein Konzept des Architekturbüros Büchner-Menge für ein neues Stadtteilzentrum vor, einen gestaffelten Gebäudekomplex mit bis zu vier Etagen und mit Gemeinschaftseinrichtungen wie Stadtteilbücherei, Post-Filiale, Restaurant. Auf Anregung des Volks- Bau- und Sparvereins wählen die Riederwälder Vertreter der Genossenschaft einen Mitgliederbeirat, der die geplanten Sanierungen von 450 Wohnungen und den Abriss einer Reihe der von 1910-1917 erbauten Gebäuden in einem Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren begleiten soll. Eröffnung des 3,3 Kilometer langen Abschnitts der A 661 zwischen Seckbach und Erlenbruch mit nur engen Fahrspuren auf der östlichen Hälfte der Fahrbahn.

1999

Zum 7. Juni 1999 schließt die Post ihre Filiale in der Rümelinstraße (im Bürgerhaus). Im Textilhaus Scheuer, Schäfflestraße 27-29, wird als Ersatz dafür eine Post-Agentur, eine Shop-in-Shop-Agentur, eingerichtet. Das Haus Riederwald in der Max-Hirsch-Straße 34, geplant vom Volks- Bau- und Sparverein mit Architekt Karl Hofferberth und gebaut von der Saalbau GmbH, wird abgerissen. Die VGF beginnt mit dem Bau des Betriebshofs Ost, der bereits 1976 beschlossen worden war, dessen Lage aber aus Gründen des Naturschutzes nun in einiger Entfernung vom Sausee und kleiner dimensioniert gebaut wird. Vertreter des „Aktionsbündnisses lebendiger Riederwald“, des Ortsbeirats und des Mitgliederbeirats legen ein Konzept für eine „bewohnerorientierte Erneuerung“ der Siedlung vor. An der U-Bahn-Haltestelle Kruppstraße wird eine Gedenktafel für die dort in einem nationalsozialistischen Lager internierten und im Frühjahr 1943 nach Auschwitz deportierten und zum größten Teil ermordeten mehr als 100 Sinti und Roma enthüllt.

2001

Am 20. September feiert die Stadtteilbibliothek Riederwald mit ihren Leserinnen und Lesern aus dem Riederwald und Fechenheim ihren Umzug in die neuen Räume am alten Ort in der Max-Hirsch-Straße 34. Das Kinder- und Jugendhaus Riederwald eröffnet seine neuen Räume an der Rümelinstraße nach zwei Jahren Provisorium in Containern und einer Holzhütte nach Abriss des veralteten Hauses.

2002

Die Viertklässler der Pestalozzischule untersuchen den Wandel des Stadtteils und gestalten eine Ausstellung mit vielen historischen und aktuellen Dokumenten.

2003

Verschiedene Vereine und Initiativen, so der Förderverein Kulturbeutel, das Aktionsbündnis Riederwald, die Interessenvertretung örtlicher Geschäftsleute, Die Falken, das Kinderhaus und der Ortsbeirat 11, gründen das „Bündnis Riederwald“ zum Erhalt der Stadtteilbücherei, deren Schließung beschlossen wurde. Das „Aktionsbündnis Riederwald“, ein Zusammenschluss von 20 Bewohnern, um einen Rahmen zum Kennenlernen und zur Kontaktpflege zu schaffen, veranstaltet Kinoabende auf Basis des Ausleihens von Filmen über den Bundesverband Jugend und Film. Mit einem Erzählcafé mit Gemeindemitgliedern und Vikaren am 1. November feiert die evangelische Philippusgemeinde ihr 80jähriges Bestehen. Der Kirchenraum der Philippuskirche kann, nachdem die Holzbänke durch Stühle und Tische ersetzt wurden, als Festsaal verwendet werden. Der bisherige Gemeindesaal wird zu Büros und Gruppenräumen umgebaut. Die Pestalozzischule führt für alle Schüler der 1. bis 4. Klasse Frühbetreung von 7.30 Uhr bis 8.45 Uhr ein, die durch zwei Mitarbeiterinnen des Trägervereins Kinder in der Stadt (Kids) Riederwald erfolgt. Das Aktionsbündnis Lebendiger Riederwald (ALR) sammelt Unterschriften für Sanierung und Erhalt des Licht- und Luftbades Riederwald. Die Stadt richtet für 360.000 Euro die Umkleideräume bei der von der Sportgemeinschaft Riederwald betreuten Bezirkssportanlage am Volgersbrunnenweg her. Am 12. Juli 2003 wird zwischen Riederwald-Stadion und der A 661 der Betriebshof Ost der VGF eröffnet. Mit 11.000 Meter Gleise und zwei Hallen für Reparaturen und Inspektion bietet er Platz für 141 U- und Straßenbahnzüge und ist eine der modernsten Abstell- und Wartungshallen Europas.

2004

Am 25. Januar wird der renovierte Pfarrsaal der Heilig-Geist-Gemeinde eingeweiht. Die Philippuskirche wird Domizil der arabischsprachigen evangelischen Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet. Die Viertklässler der Pestalozzischule sammeln Geschichten für das interkulturelle Projekt „Wortfinder“, das die Stadtteilbücherei Riederwald organisiert und die Kids Riederwald (Verein Kinder in der Stadt) unterstützen und bei dem Geschichten und Märchen der Heimatländer der Schülerinnen und Schüler ausfindig zu machen sind. Der Magistrat arbeitet den Entwurf einer Gestaltungssatzung aus, um das Ensemble der 48 Gebäude mit 455 Wohnungen zwischen Johanna-Tesch-Platz und Rümelinstraße zu erhalten und die Wohnfunktion für untere und mittlere Einkommensgruppen zu schützen.

2005

Am FSV-Stadion am Bornheimer Hang wird ein Kunstrasenplatz für einen verbesserten Spiel- und Trainingsbetrieb angelegt.

2006

Mit einer Festwoche vom 17. bis 22. September begeht die Heilig-Geist-Gemeinde ihr 75jähriges Bestehen. Das Stadion des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang erhält den Namen Frankfurter Volksbank Stadion, nachdem der FSV mit der Frankfurter Volksbank eine Vereinbarung getroffen hat, durch die der Verein einen sechsstelligen Betrag erhält. Eine Veränderungssperre der Stadt bzw. eine Erneuerung der veralteten Baunutzungsordnung erhält das 60 ha große Gewerbegebiet beidseits der Wächtersbacher Straße mit rund 4300 Arbeitsplätzen in seiner Struktur als klassisches Gewerbegebiet und verhindert so die Ansiedlung von Lebensmittel-Discountern. An der Eissporthalle entsteht ein neues, 93 Meter langes, mit der Halle durch einen Tunnel verbundenes Gebäude mit Umkleidekabinen und Duschen für die Eishockey-Amateure, mit einer Fahrzeughalle für die Eismaschinen und mit einem Lager für die Holzdielen, mit denen bei Tanzturnieren die Eisfläche abgedeckt wird.

2007

Im Februar 2007 besiegelt die Unterzeichnung des Planfeststellungsbeschlusses den Bau des Riederwaldtunnels. Der BUND beabsichtigt, gegen den Tunnel zu klagen, um Tiere und Bäume im Erlenbruch zu retten. Mit einem symbolischen Spatenstich durch den hessischen Verkehrsminister Alois Rhiel und den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Achim Großmann beginnt der Vollausbau der A 661 zwischen Seckbach und Erlenbruch, begleitet von lautstarken Protesten der im „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ verbundenen Bürgerinitiativen, die sich gegen den Ausbau der A 661 und den ebenfalls bevorstehenden Lückenschluss zur A 66 durch den Riederwaldtunnel wenden.

2008

Der Volks-, Bau- und Sparverein zieht seine Klage gegen die Stadt Frankfurt vor dem Verwaltungsgericht hinsichtlich der durch die Auflagen des Denkmalschutzes verhinderte notwendige Sanierung, namentlich einer zeitgemäßen Dämmung zurück, nachdem die Stadt erklärte, sie wolle die Sanierungen unterstützen. Die U-Bahn-Linie U4 fährt ab Dezember über die bisherige Endstation Seckbacher Landstraße hinaus über das Betriebsgleis und den Betriebshof Ost zur Station Schäfflestraße und bis Enkheim.

2009

Der Volks- Bau- und Sparverein und die Stadt einigen sich nach jahrelangem Streit um Abriss und Neubau von Wohnhäusern auf ein Modernisierungskonzept: Die Gesellschaft erklärt sich bereit, den Wohnblock mit Läden an der Ecke Max-Hirsch-Straße und Rümelinstraße (die sog. „Ladenzeile“) zu erhalten, der vor drei Jahren unter Denkmalschutz gestellt worden war und erhält dafür die Genehmigung, ein anderes Haus abzureißen. Der Umbau des Frankfurter Volksbank Stadions des FSV am Bornheimer Hang ist nach über zweijähriger Bauzeit abgeschlossen. Die Erneuerung der Haupttribüne steht noch aus. Mit einer Ausnahmeregelung für die Spielzeit 2009/10 darf das Stadion mit nur 11.000 Zuschauerplätzen bespielt werden, obwohl für ein Zweitligastadion 15.000 Plätze vorgeschrieben sind. Nach dem Aufstieg des FSV Frankfurt in die Zweite Fußball-Bundesliga im Jahr zuvor wird zum 1. Juli die Profiabteilung in die Tochtergesellschaft FSV Frankfurt 1899 Fußball GmbH ausgegliedert.

2010

Das mehr als ein Vierteljahrhundert in Frankfurt aktive Familienunternehmen Einrichtungshaus Thomas Am Erlenbruch 136 schließt wegen Insolvenz seine Pforten. Beginn des Neubauprojekts „Niedrigenergiehaus“ im Stadtteil Riederwald mit 8 Wohnungen. Die Eintracht Frankfurt weiht anstelle ihres alten Vereinszentrums Riederwald nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren ihr neues 6.500 Quadratkilometer großes, 14,3 Millionen Euro teures Sportleistungszentrum als eines der modernsten Vereinszentren Europas ein. Der Riederwald wird in das Programm „Frankfurter Programm-Aktive Nachbarschaft“ aufgenommen. Das Diakonische Werk für Frankfurt richtet Am Erlenbruch 116-118 ein Nachbarschaftsbüro ein. Ziel ist es u.a., in Zusammen-arbeit mit lokalen Akteuren, Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen und Institutionen den sozialen Zusammenhalt zu stärken und zur Verbesserung der wohn- und Lebensbedingungen beizutragen.

2011

Der Deutsche Fußballbund gestattet angesichts der Absicht der Eintracht, ihr Stadion am Riederwald in der kommenden Saison zu einer für die Regionalliga tauglichen Spielstätte auszubauen, in einer Ausnahmeregelung eine vorübergehende dreifache Nutzung des Frankfurter Volksbank Stadions des FSV am Bornheimer Hang für die Zweitligamannschaft des FSV, für deren Reserve und für die U 23 der Frankfurter Eintracht. Zum Ende des Jahres soll die Stadtbücherei geschlossen werden. Am 20. Februar 2011 lädt der Ortsbeirat 11 zum Neujahrsempfang in die sanierte Aula der Pestalozzischule ein. Der Empfang markiert gleichzeitig den Beginn der Feierlichkeiten für das 100-jährige Bestehen der Siedlung Riederwald, die über das Jahr verteilt stattfinden werden. Diese Broschüre über die Historie des Riederwalds ist Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten.